Lange Tradition lebt weiter:
"First-Stehlen" in Moosbach

Gleich zwei Mal war am letzten Samstag (21.7.2012) "diebisches Volk" in Moosbach unterwegs! Aber Polzeieinsatz war nicht notwendig, denn der Fall zählt zu den kulturellen Gepflogenheiten, insbesondere in Landgemeinden. Zwei Bauherren (Familie Gottfried Eiblmeier und Familie Hannes Klingesberger) setzten bei ihren Bauten den Dachstuhl. Freunde und Bekannte besorgen sich hierbei traditionell ein Stück des Holzes und begeben sich auf eine kleine Rundreise durch die heimische Gastronomie, und feiern kräftig die "Diebesbeute". Die Bauherren haben dann die schöne Aufgabe, das Stück Holz bei dem jeweiligen Gasthaus, wo sich die Männer und Frauen in der Zwischenzeit frischfröhlich und köstlich amüsieren, auszulösen. Hierbei wird von den einzelnen Teams darauf geachtet, dass es sich um ein lohnenswertes Stück Holz dreht, das beim Dachstuhl gebraucht wird, um fertig zu machen. Das ist beiden gut gelungen, wie die nachstehenden Bilder zeigen.

Bestend gelaunt war die "Bauern Reisert"- Partie mit ihrem Diebesgut unterwegs. Wohin genau, da sollte sich erst spätrer herausstellen. Die Fahrt ging durch Moosbachs Gemeindestraßen in Richtung Uttendorf.
Verkehrstüchtig gab der Hintermann auch noch gesondert "Handzeichen" beim Abbiegen. Feuchtfröhlich und bei bester Laune ratterte die Diebesbande mit ihrem 15er Steyrer zur zweiten Einkehr!
Während die "Eiblmeier-Partie" schon zünftig feierte ... ... trudelte auch das zweite Team fröhlich gelaunt ein.
Starke Teams auf beiden Seiten sorgten beim "Wirt in Sonnleiten" für überraschend guten Bierumsatz.
Und dann wurde auch schon lautstark gesungen, dass sich die Kastanienbäume bogen ... und die Kollegen angefeuert!
Was war das für ein zünftiger Nachmittag, und das auf Kosten der Bauherren, da schmeckts gleich noch mal so gut.
Und während sich die Einen kurz aufmachten um sich der konsumierten Getränke wieder zu entledigen, versuchte die Burschen der Eiblmeier Partie, den "Bauern Reisetern" das geklaute Holzstück nochmals zu stehlen. Mit Mühe konnten die auf dem Wagen zuückgebliebenen Jäger, zu deren Freundeskreis der Bauherr Klingesberger zählt, erfolgreich wehren. "Schlitzohren" sind nun mal nicht zu unterschätzen.
Über so viel Unverfrorenheit konnte sich die anderen Mitfahrer natürlich köstlich amüsieren.
Bei der Rückkehr der fast bestohlenen Mannschaft, gab es natürlich sofort ein kleines Kräftemessen, wie man das ansonsten oft bei jungen Kampfhähnen sieht. Dies trug natürlich zu weiteren Belustigung aller bei.
Und schon wurde wieder ein fröhliches Lied angestimmt und mancherlei anderer Unfug getreiben. Wie sichs eben gehört.
Nach der Rückreise von Wirt in Sonnleiten war Einkehr beim Riederwirt.Und das natürlich bei bester Laune.
Nun war auch der Bauherr fündig geworden und konnte sich in die gesellige Runde einreihen.
Gottfried Eiblmeier hatte sich einen kräftigen Schluck verdient und genoss sichtlich das rege Treiben im Gastgarten..
Und so wurde ein Liter nach dem anderen angesungen und fröhlich gefeiert.
Und auch die Moosbacher "Häkelrunde", der auch die Eiblmeier Tochter Maria angehört, feierte kräftig mit.
Stolz präsentierten sie ihr Beutestück der Kamera. Auch beim Feiern gibt es bestimmt keine Geschlechtertrennung.
Einen kulinarischen Abschluss fand dann die Rundreise in der adaptieren Garage von Maria und Christian. Ein köstliches Buffet erwartete die rund zwanzig mittlerweile schon hungrigen Gäste. Und allen hat es super geschmeckt.
Dieses köstliczhe Essen ließen sich natürlich auch die beiden Seppen nicht entgehen. Recht hatten sie!
Und dann war da noch... dieses verflixte Pils, das sich einfach nicht öffnen lassen wollte ...
Aber dann- beim vierten- oder wars vielleicht doch schon der achte Versuch, war es soweit. Franz freute sich darüber.
Und gegen 20.00 Uhr war es dann Zeit, das fehlende Stück Holz auf die Baustelle zurück zu bringen. Hier fand es auf dem Dachstuhl der Familie Eiblmeier, seinen Ruheplatz für vermutlich viele Jahrzehnte.
Kurzes Resümee: Solche Bräuche dürfen nicht abkommen. Eine riesen Gaudi wars, g´schmeckt hats, und zum Trinken gab es auch absolut ausreichend. Was will das Moosbacher Herz mehr? DANKE den beiden Bauherrn!